Change! Darf´s ein bisschen einfacher sein?

von Sonja Radatz


 

Relationaler Change ist einfach – aber eben so unterschiedlich vom herkömmlichen Change-Prozess, dass die meisten von uns sich gar nicht vorstellen können, dass er funktioniert.

Im Prinzip habe ich mir den Relationalen Change-Prozess vom Alltagsleben abgeguckt – entsprechend der Aussage meines lieben Freunds und Kollegen Steve de Shazer: Wenn etwas funktioniert, tue mehr davon.

 

Wie funktioniert Change typischerweise im Alltagsleben?

Nun, zunächst erleben wir einen bestimmten (manchmal neuen) Rahmen bzw. Rahmenbedingungen, die unser Leben verändern: Wir treten ins Berufsleben ein. Wir heiraten. Wir verlieren ein Familienmitglied und fühlen uns dadurch verpflichtet, eine neue Rolle zu übernehmen. Wir entscheiden uns für einen neuen Job. Immer steht am Beginn eines Changes ein (neues) Rahmenangebot, für oder gegen das wir uns entscheiden können. Erst unsere Entscheidung führt schließlich dazu, dass wir mit dem neuen Rahmen leben – also gewissermaßen ein „neues Leben leben“.

Denn keiner zwingt uns in eine bestimmte Familiensituation. Keiner zwingt uns, in einem bestimmten Unternehmen einen bestimmten Job anzunehmen. Keiner zwingt uns, das Mobiltelefon der neuen I-phone- oder Samsung-Generation zu kaufen! Bloß: Wenn wir es dann gekauft haben, sollten wir uns nicht darüber beschweren. Es macht dann auch keinen Sinn, dort einzelne Funktionen verändern zu wollen, „in Streik zu gehen“ oder Widerstand zu leisten. Oder so zu tun, als würden wir das soeben gekaufte Telefon benutzen, es aber in Wirklichkeit zu boykottieren. All das macht keinen Sinn: Denn wir haben die Wahl. Und wenn wir gewählt haben, tragen wir die Verantwortung für die Konsequenzen. Oder wir wählen ab. Dann sind wir aus dem System draußen und werden dort nicht mehr zur Verantwortung gezogen. Und dann tragen wir natürlich auch für diese Entscheidung die Konsequenzen.

 

Was bedeutet das für die Unternehmenssituation?

Was bedeutet all das nun, wenn wir diesen, im Alltag völlig selbstverständlichen „Change“ auf unsere Unternehmenssituation übertragen?

Dann haben wir es immer – schon bei Eintritt in das Unternehmen – mit einem klaren Rahmen zu tun: Etwas wird von uns gefordert, das quantitativ und/oder qualitativ definiert ist. Und das können wir natürlich nur dann ändern, wenn wir „am Drücker“ sind.

Warum sollte nun in 10 Jahren dasselbe gefordert werden wie heute? Wie könnte sich ein Unternehmen jemals darauf einlassen, bei Einstellung eines Mitarbeiters zu versprechen, dass „stets alles beim Alten bleiben würde“? Und wenn auch Ihnen das absurd erscheint: Warum um Himmels Willen erwartet genau das die Mehrheit der Mitarbeiter?

 

Gut, gehen wir also davon aus, dass sich nicht nur im Alltag, sondern auch im Unternehmen der Rahmen bzw. die Rahmenbedingungen ändern können. Dann passiert im Unternehmen nichts anderes als im Alltag: Change happens. Und ermöglicht, uns dafür zu entscheiden (dabei zu sein), oder dagegen (dann sind wir nicht dabei). Innerhalb des „WAS“ dieses Rahmens gestalten wir unser spezifisches „WIE“, das sich immer wieder verändern darf.

Ebenso wie im Alltag niemand auf die Idee käme, unsere Prozesse zu entwerfen und zu steuern und uns vorzugeben, wann wir unsere Zähne putzen und wann wir duschen sollten, muss im Unternehmen niemand auf die Idee kommen, uns die Prozesse vorzugeben, mit denen wir einen bestimmten Erfolg herstellen sollten.

Das ist die zentrale Idee des Relationalen Change-Prozesses: Das WAS ist klar – das WIE darf immer wieder neu vom Betreffenden entworfen werden.

 

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LO 97 – Relationaler Change abseits vom Tal der Tränen

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